Ob in ältester Zeit das Rathaus auf dem Molkenmarkt in der Nähe des Roland gestanden hat, wie oft behauptet worden ist, kann urkundlich nicht nachgewiesen werden. Um 1390 erhob es sich schon an der Ecke Königstraße Spandauer Straße. Neben ihm trat aus der Häuserflucht der Spandauer Straße die alte Gerichtslaube hervor, die bei dem großen Brand 1282 total neiderbrannte, und nicht wieder Aufgebaut wurde.Hier saßen die Schöffen zu Gericht. Sie enthielt zwei Geschosse, wie es das im Park von Babelsberg unter König Wilhelm 1. wiedererrichtete Bauwerk zeigt. An der Außenseite der Gerichtslaube befand sich ein merkwürdiges Bildwerk; der Kaak, ein auf einer Konsole hockender Vogel mit Eselsohren und grinsendem Menschenantlitz. An dem Pfeiler unter dem Kaak wurden die Verbrecher an den Pranger gestellt. Nach einer am Rathaus befindlichen Tafel ist es 1380 mit der ganzen Stadt, 1484, 1581 abgebrannt und 1584 wieder aufgebaut worden. Unter dem Hauptbau des Rathauses in der Georgen-Königstraße lag der Ratskeller, der Bernauische Keller genannt, in dem das berühmte Bernauer Bier verschänkt wurde. Darüber enthielt das erste Stockwerk den Tanzboden, den Festsaal für Rat und Bürgerschaft. Im Keller lag ein Gefängnis, der Krautgarten genannt wurde.